01. Dezember 2012

Karnevals-Fonds einrichten

Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird beauftragt aus Mitteln der Tourismus- bzw. Wirtschaftsförderung einen Fonds einzurichten, an den Gruppen, die sich am Umzug beim Karneval der Kulturen beteiligen, in einfacher und unbürokratischer Form Förderanträge stellen können. Durch eine mit regelmäßig wechselnden Mitgliedern aus der Berliner Kulturlandschaft zu besetzenden Jury ist sicherzustellen, dass sowohl die künstlerische als auch die soziokulturelle Qualität bei der Auswahl Berücksichtigung finden.

Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 1.3.2013 zu berichten.

Begründung:

Schon im vergangenen Jahr haben Volkswirte der IBB mit Hilfe eines regionalen ökonometrischen Simulationsmodells die durch den Karneval generierten Wertschöpfungseffekte berechnet. Sie haben bestätigt, was alle, die den Karneval schon selbst erlebt haben, sehen konnte: Die Stadt profitiert von dieser europaweit bekannten Veranstaltung enorm.

„Neben der Hotel- und Gaststättenbranche profitieren vom Karneval der Kulturen vor allem der Einzelhandel, öffentliche und private Kultureinrichtungen, Eventdienstleistungen wie Sicherheits- und Ordnungsdienste, Sekretariats-, Schreib- und Übersetzungsdienste, Ausstellungs- und Messeeinrichter, Kraftfahrzeug-Verleihfirmen, Parkhäuser, Tankstellen, Telekommunikation und Fotografisches Gewerbe sowie Kredit- und Versicherungsgewerbe.“ (Zitat IBB) Für die Jahre 2001 bis 2011 errechnet die IBB ein zusätzliches BIP von 53,2 Mio.EUR und schätzt die erhaltenen bzw. geschaffenen Arbeitsplätze auf 220. Die öffentlichen Einnahmen werden mit 4,2 Mio. EUR beziffert.

Wir begrüßen es, das die Organisation des Karnevals durch den Senat gesichert wurde, aber ohne den Karnevals-Umzug würde es das ganze Fest nicht geben, es gäbe nichts zu organisieren, denn sämtliche Stände und Veranstaltungen ordnen sich um ihn herum. Für die Macher und Macherinnen des Umzugs gibt es dennoch bisher keine Unterstützung.

„Der Karneval ist eine „Visitenkarte Berlins“ – so ist auf der Homepage der Senatorin Kolat zu lesen. Aber die Künstler_innen und die vielen Aktiven, die den gesamten Karneval durch ihre Wagen erst ermöglichen, leisten nicht nur zig-tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit, sondern zahlen für dieses Engagement auch noch aus der eigenen Tasche. Deshalb wollen wir einen Fonds, bei dem die Gruppen und Einzelpersonen für anfallende Sach- und Materialkosten Förderungen beantragen können.

Berlin, den 12.11.2012

 

Pop Kapek Kahlefeld

und die übrigen Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

Das Druckdokument (Drs 17/0677) zu diesem Antrag finden Sie hier.

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