21. Dezember 2015

Pressemitteilung: Hatun-Sürücü-Preis 2016: Grünen-Fraktion lobt zum vierten Mal Frauenrechtspreis aus – Meral Al-Mer als Jurorin


Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus lobt zum vierten Mal den Hatun-Sürücü-Preis aus. Der mit insgesamt 1000 Euro dotierte Frauenrechtspreis zeichnet Menschen aus, die sich tatkräftig und mit viel Herz für Mädchen und junge Frauen einsetzen. Wir wollen diese oft im Stillen verrichtete Arbeit sichtbar machen und zeigen, wie wichtig dieses Engagement ist.

Auch heute werden Mädchen und Frauen noch benachteiligt, unterdrückt und misshandelt. Deshalb haben wir 2013 den Hatun-Sürücü-Preis initiiert. Eine fünfköpfige Jury vergibt drei Plätze an Personen oder Initiativen aus Berlin, die sich in besonderer Weise für das Recht auf Chancengleichheit und Selbstbestimmung einsetzen.

Wir freuen uns, dass wir Meral Al-Mer als Jurorin gewinnen konnten. Die Berliner Musikerin und preisgekrönte Journalistin mit türkisch-syrischen Wurzeln wurde als Kind von ihrem Vater nach Deutschland verschleppt, wo er sie jahrelang unbehelligt quälte und misshandelte, bevor sie sich befreien konnte. In ihrem viel beachteten Buch „Nicht ohne meine Mutter“ erzählt sie ihre Geschichte. Anstoß dazu war ein Zeitungsartikel, den sie über Hatun Sürücü gelesen hatte.

Zu den weiteren Jury-Mitgliedern zählt unter anderem auch Sharon Adler. Sie ist Gründerin und Chefredakteurin des Frauen-Onlinemagazins „AVIVA“. Sie setzt sich seit mehr als 15 Jahren für Emanzipation und gegen Diskriminierung aller Art ein, 2012 erhielt sie den Berliner Frauenpreis.

Der Hatun-Sürücü-Preis wurde in den vergangenen Jahren etwa an die Mädchenmannschaft des Fußballclubs Türkiyemspor, das Präventionsprojekt Heroes oder den Mädchentreff Café Pink verliehen. Kandidatinnen und Kandidaten können sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Der Bewerbungsschluss endet am 10. Januar 2016. Die feierliche Preisverleihung mit mehr als 150 Gästen findet am 5. Februar im Abgeordnetenhaus statt.

Der grüne Frauenrechtspreis ist nach Hatun Sürücü benannt, die am 7. Februar 2005 Opfer eines sogenannten Ehrenmordes wurde. Für uns ist sie Inbegriff einer starken und mutigen Frau. Die junge Mutter hatte sich aus einer Zwangsehe befreit und führte danach gegen alle Widerstände ein selbstbestimmtes Leben. Kurz vor Abschluss ihrer Gesellenprüfung zur Elektroinstallateurin wurde sie von einem ihrer Brüder auf offener Straße erschossen.

Weitere Infos und die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: gruene-fraktion-berlin.de/hsp

>> Link zur PM auf der Fraktionsseite

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