Veranstaltungsbericht vom Roma-Festival


„Mej hum Niner Künstlari - Ich bin auch Künstler“ war der Titel des ersten interkulturellen Begegnungstreffens der Sinti und Roma, welches im Dezember in Berlin stattfand. So stand neben den vielen musikalischen Highlights des Festes auch der politische Anspruch der Veranstaltung, die verbesserte Sichtbarkeit der Sinti und Roma in Berlin, im Mittelpunkt.

Unter dem Titel „Was braucht die Berliner Sinti- und Roma-Gemeinde wirklich?“ begann das Roma-Festival mit einer Gesprächsrunde, zu der ich und weitere Berliner Politiker_innen eingeladen waren.

Dieser Frage widmete sich in der Gesprächsrunde nun jeder der Podiumsgäste. Meine Antwort darauf war: Was Sinti und Roma in Berlin brauchen, und zwar alle, unabhängig davon ob sie nun schon seit Generationen hier leben oder ob sie neu ins Land gekommen sind ist: Rechtssicherheit. Wir haben in diesem Jahr wieder mehrfach erlebt, dass die Bürger- und Menschenrechte in diesem Land nicht selbstverständlich auch für Sinti und Roma gelten. Vertreibungen aus der angemieteten Wohnung ohne Räumungstitel sind eine Normalität. Roma und Sinti kennen oft ihre Rechte nicht oder können sie auch mit Hilfe von Anwält_innen nicht durchsetzen. Das ist seit Jahren bekannt – weder der Rot-Rote Senat, in dem eine Linke das Integrationsressort unter sich hatte, noch der Rot-Schwarze Senat, in dem die SPD für Integrationsfragen zuständig ist, haben Konzepte zum Schutz der Sinti und Roma vorgelegt – das Problem kommt in keinem ihrer Programme vor.

Um so wichtiger, dass Sinti und Roma sich energisch selbst vertreten. Das Festival war ein Schritt in diesem Prozess, den ich nach Kräften unterstützen werde.

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