04. Februar 2019

Grüne Fraktion verleiht zum siebten Mal den Hatun-Sürücü-Preis





Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus hat am Freitagabend, 1. Feburar 2019, zum siebten mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis ausgezeichnet.

 

Hatun Sürücü – eine mutige Frau

Hatun Sürücü wurde Opfer eines sogenannten Ehrenmordes, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Sie war eine starke Frau, die sich aus einer Zwangsehe befreite, als Alleinerziehende die Verantwortung für ihren Sohn übernahm und selbstbewusst einen "Männerberuf" ergriff. Um ihr zu gedenken und das Vorbild ihres Mutes zu ehren, rief die Grüne Fraktion vor sieben Jahren den Preis ins Leben, mit dem Personen und Projekte ausgezeichnet werden, die sich für die Selbstbestimmung junger Frauen und Mädchen einsetzen. Die Initiatorinnen des Preises, die Abgeordneten Anja Kofbinger und Susanna Kahlefeld, ehrten die Preisträger*innen bei der festlichen Preisverleihung mit anschließendem Empfang im Festsaal des Abgeordnetenhauses, an der über hundert Menschen teilnahmen.

 

Erster Preis geht in diesem Jahr an „Madalena Berlin“

Mit dem ersten Preis zeichnete die Jury in diesem Jahr die Forumtheatergruppe „Madalena Berlin“ aus. Das Frauenkollektiv von Aktivistinnen* beleuchtet mit Hilfe des Forumtheater-Ansatzes Aspekte rund um das Thema Frauenrechte. In einem kollektiven und kreativen Prozess erarbeiten sie Theaterstücke auf Basis der eigenen Geschichten und Erfahrungen der Mitwirkenden. Die Gruppe ist Teil eines weltweiten Ma(g)dalena-Netzwerkes welches 20 Gruppen umfasst und in regem Austausch miteinander steht. 2017 organisierten die Madalenas Berlin das zweite Internationale Madalena Theater Festival der unterdrückten Frauen unter dem Motto „Nein heißt Nein“. Auch 2018 hat die Gruppe vielfältige Seminare gegeben und mit dem Aufführen Ihres Theaterstücks Menschen zum nachdenken und mitmachen animiert. Die Stifterin des Preisegeldes in Höhe von 500 €, Christina Koellner, Prokuristin bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, überreichte die Auszeichnung.

 

Ebenfalls ausgezeichnet: „SPOT ON, GIRLS!“ und „M-Power“

Der mit 300 € dotierte zweite Preis ging an „SPOT ON, GIRLS!“. Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, überreichte den von ihr gestifteten Preis an die bemerkenswerte Initiative. Das vom feministischen Berliner Musiklabel Springstoff und dem Verein Cultures Interactive e.V. gemeinsam ins Leben gerufene Projekt der genderreflektierten Empowerment-Arbeit startete im Mai 2016 und fördert die Begegnung zwischen geflüchteten und nicht-geflüchteten Berliner*innen. In Workshops können die 12-20 Jahre alten Teilnehmer*innen aus Mädchenzentren und Geflüchteteneinrichtungen sich u.a. durch das erlernen von HipHop, Comiczeichnen und Skateboardfahren eigene Ausdrucksformen der urbanen Kultur aneignen.

Den dritten Preis vergab die Jury an „M-Power - KommMit e.V.“ Projektleiterin Mervete Bobaj setzt sich für das Empowerment von Mädchen mit Flucht- und Migrationserfahrungen ein. Durch verschiedene Angebote wie ein Mentoring-Programm, ein Ferien-Campus, sowie kulturelle und politische Bildung und einer Filmwerkstatt werden die teilnehmenden Mädchen und jungen Frauen motiviert die Gesellschaft aktiv mitzuformen und ihren persönlichen Lebensweg selbstbestimmt zu gestalten. Beate Roll vom Landesverband Berlin der Unternehmerfrauen im Handwerk e.V. überreichte den Preis in Höhe von 200€.

 

Dieses Jahr in der Jury: Marianne Ballé-Moudoumbou, Fatou Mandiang Diatta und Laura Gehlhaar

Neben Anja Kofbinger und Susanna Kahlefeld waren in diesem Jahr die Aktivistin Marianne Ballé-Moudoumbou, die Musikerin Fatou Mandiang Diatta und die Bloggerin Laura Gehlhaar vertreten.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, besonders bei den Mitgliedern der Jury und bei den Stifter*innen der Preisgelder, die die Verleihung des Hatun-Sürücü-Preises dieses Jahr wieder ermöglicht haben. Unser größter Dank gilt jedoch jenen Projekten, die sich Tag für Tag tatkräftig und mit viel Herz für weibliche Selbstbestimmung einsetzen. Ihr Engagement ist für Mädchen und junge Frauen in Berlin unersetzlich.

 

Alle Bilder: Inga Kjer_Grüne Fraktion Berlin

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