16. März 2016

Muslimische Begräbnisstätten in Berlin

Ende Januar 2016 habe ich bereits zum dritten Mal zu Gespräch und Austausch zum Thema „Muslimische Begräbnisstätten in Berlin“ eingeladen. Seit der von mir im Jahr 2013 organisierten Veranstaltung „Interkulturelle Friedhöfe? Islamische Begräbnisstätten? Wohin wollen wir in Berlin?“ ist in der Stadt einiges in Bewegung geraten.

Bei einem Treffen mit Vertretern der Evangelischen Kirchengemeinde konnte ich eruieren, dass Interesse besteht Friedhofsflächen auch für Bestattungen nicht-christlichen Glaubens zu öffnen. In Schöneberg hat der 12 Apostel Kirchhof bereits Grabstätten für muslimische Bestattungen ausgeschrieben. Die Bürgerplattform Neukölln befindet sich in Verhandlungen für Friedhofsflächen in Neukölln. Im Februar 2015 stand die Friedhofs-Frage auf der Tagesordnung beim Islamforum. Bei den muslimischen Verbänden und Gemeinden wiederum besteht großes Interesse daran eigene Friedhofsflächen zu betreiben.

Die Zahlen muslimischer Bestattungen in Berlin steigen von Jahr zu Jahr an. Ausgezeichnete Grabflächen werden immer knapper. Eine der größten muslimischen Grabflächen mit mehr als 3.200 Grabstätten befindet sich auf dem Landschaftsfriedhof Gatow in Berlin-Spandau. In den kommenden drei Jahren soll der Landschaftsfriedhof Gatow schrittweise um eine Fläche von drei Hektar erweitert werden. Dabei sollen vor allem weitere Grabfelder für muslimische Bestattungen angelegt werden. Vom Grünflächenamt Spandau ist ein partizipativer Prozess gewünscht. Die Gestaltung der neuen Grabflächen soll eng an den Bedarfen und Wünschen der muslimischen Communitys in Berlin ausgerichtet werden.

Daher waren zu unserem Gespräch Ende Januar im Berliner Abgeordnetenhaus auch Vertreter*innen verschiedener Landschaftsarchitekturbüros eingeladen. Inhaltlich ging es nicht nur um Bedarfe und Wünsche bezüglich gestalterischer Elemente oder Bepflanzungen, sondern auch um konkrete Fragen nach Möglichkeiten operativer Veränderungen im Verwaltungsablauf von Bestattungen wie z. B. eine Terminvergabe, die religiöse Gegebenheiten (Wichtigkeit des Freitags, Bestattungen nach dem Mittagsgebet) einbezieht. Darüber hinaus wurde auch das Thema der Liegedauer angesprochen.

Bei diesem Gespräch wurde einmal mehr deutlich, dass eine stetige und offene Kommunikation zwischen der Verwaltung und den muslimischen Verbänden und Gemeinden ausschlaggebend ist um konkret Bedarfe, Wünsche und Möglichkeiten der Umsetzung zu eruieren. Zum Ende der Veranstaltung lud Stefan Pasch (Leiter des Grünflächenamtes in Berlin-Spandau) alle muslimische Verbände und Gemeinden zu einem gemeinsamen Spaziergang über den Landschaftsfriedhof Gatow ein um vor Ort in weiteren Dialog zu treten und über erste Konzepte zur Gestaltung der Grabflächen zu diskutieren.

Ich bleibe an dem Thema dran und werde auch in Zukunft den Dialog begleiten.

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