Am Montag, kurz nach meinem ersten Treffen mit Susanna ging es gleich los. Susanna und ich besuchten Cengiz Demirci, den Parkmanager des Görlitzer Parks. In dem Gespräch ging es viel um Integration und Arbeitslosigkeit und wie man den Menschen vor Ort helfen kann. Herr Demirci war sehr engagiert und hatte viele Ideen. Zum Beispiel die Idee einer Hobby-Werkstatt in der Souvenirs aus dem Görlitzer Park hergestellt und über einen Verein veräußert werden sollen, um die Menschen von der Straße zu holen.
Im Rahmen meines Praktikums habe ich am Dienstag das Projekt der Stadtteilmütter kennengelernt. Wir trafen uns um 11 Uhr in einem Saal des Abgeordnetenhauses in Berlin-Mitte. Vor diesem Treffen hatten die Stadtteilmütter schon eine Führung durch das Gebäude erhalten. Nachdem alle saßen begann die Fragerunde auch schon. Alle hatten sich im Vorhinein bereits Fragen notiert, Susanna beantwortete alle Fragen, welche sich nicht nur mit Themen wie Erziehung und dem Gesundheitssystem auseinandersetzten sondern auch mit Mieten oder auch Drogenabhängigkeit. Generell waren alle anwesenden engagiert und vor allem interessiert. Es kamen allerdings nicht nur politische Fragen sondern auch Fragen zu dem Thema Nachhilfe und warum man die Grünen wählen sollte. Nach diesem bunten und abwechslungsreichen Gespräch gab es noch ein Foto und dann mussten die Stadtteilmütter auch schon weiter.
Um 15 Uhr begann dann die Fraktionssitzung. Am Anfang wurde über aktuelle Themen diskutiert. Danach berichteten die Senatoren über den Standes Senates und über ungewöhnliche Vorkommnisse.
Daraufhin begann die Besprechung der Plenarsitzung. Jeder Punkt auf der Tagesordnung wurde kurz besprochen. Punkte über die nur noch abgestimmt werden mussten wurden ausgelassen und Punkte zu der Reden gehalten werden mussten, wurden dementsprechend an Fraktionsmitglieder aufgeteilt. Danach begann eine Strategiebesprechung. Es wurde überlegt welche Themen momentan besonders wichtig sind und Priorität haben. Um etwa 17 Uhr 30 endete die Sitzung dann auch schon.
Am Mittwoch haben Susanna und ich an einer Ausschusssitzung teilgenommen. Der Ausschuss zum Thema Stadtentwicklung und Wohnen befasst sich mit Themen wie Mieten und großen Bauvorhaben und Bebauungsplänen. Was sich erstmals langweilig anhört, außer den Mieten, kann tatsächlich sehr spannend sein. Denn auch der Ausbau von Kindertagespflegen kann in diesem Ausschuss besprochen werden. Aber da auch Pressevertreter anwesend waren versuchten die Parteien immer wieder sich zu profilieren, was in interessanten Rededuellen endete.
Am darauffolgenden Tag ging es dann in die Plenarsitzung, die man übrigens, genauso wie die Ausschusssitzungen auch ohne Praktikum besuchen kann. Zu Anfang wurden zwei Parteimitglieder der Grünen offiziell verabschiedet. Daraufhin beantragte die CDU die Herbeizitierung des Justizsenator Dirk Behrendt der sich noch auf der Rückreise von einem Fachministertreffen befand. Nach dieser Verzögerung begann die Sitzung mit einer aktuellen Stunde zum Thema Infrastruktur. CDU, AfD und FDP wetterten über die viel zu langsamen und viel zu wenigen Infrastrukturprojekte der Koalition und über die schlechten Zustände der Straßen und der Brücken. Doch die Koalition wusste sich tatkräftig zu verteidigen. Insgesamt eine interessante Debatte. Danach konnten Parlamentsmitglieder Fragen an den Senat beziehungsweise an die Senatoren stellen. Leider musste ich schon nach drei Stunden den Plenarsaal verlassen.
Am 13. 06. habe ich die Infobörse für Frauen auf dem Alfred-Scholz-Platz in Neukölln besucht. Diese Veranstaltung dient dazu Frauen und Mädchen über Vereine und Angebote zu informieren, welche in jeder Lebenslage helfen. Es gibt Angebote für berufliche Weiterbildung, Bildung und Integration. Es gibt auch Mädchentreffs und Frauenboxclubs, Selbsthilfegruppen oder Computerräume. Alle dieser vielfältigen Vereine haben dort ihre Stände aufgebaut. Dort habe ich auch die Stadtteilmütter wiedergetroffen.
