Veranstaltungsbericht: Verleihung des 3. Hatun-Sürücü-Preises 2015

Anlässlich des 10. Todestages von Hatun Sürücü verliehen Anja Kofbinger, MdA und ich, am 13. Februar 2015 zum 3. Mal den Hatun-Sürücü-Preis für die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Über hundert Menschen nahmen an der festlichen Preisverleihung mit anschließendem Empfang im Festsaal des Abgeordnetenhauses teil.

Hatun Sürücü - eine mutige Frau

Hatun Sürücü wurde Opfer eines sogenannten Ehrenmordes, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Doch Hatun ist für uns nicht nur das Opfer einer Gewalttat: Sie war eine starke Frau, die sich aus einer Zwangsehe befreite, als Alleinerziehende die Verantwortung für ihren Sohn übernahm und selbstbewusst einen "Männerberuf" ergriff. Um das Vorbild ihres Mutes zu ehren, rief die Grüne Fraktion vor drei Jahren den Preis ins Leben, mit dem Personen und Projekte ausgezeichnet werden, die sich für die Selbstbestimmung junger Frauen und Mädchen einsetzen. Auch in diesem Jahr haben sich wieder zahlreiche großartige Projekte beworben, ihr Engagement möchten wir in den Mittelpunkt stellen.

Erster Preis geht in diesem Jahr an das interkulturelle Café Pink

Neben Anja Kofbinger und mir waren in diesem Jahr Roswitha Itong Ehrke, Geschäftsführerin von Seitenwechsel e.V., Katja von der Bey, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der WeiberWirtschaft und Adama Thorlie von Ayekoo e.V. in der Jury vertreten. Sie vergab den ersten Preis an das Café Pink aus Schöneberg. Der interkulturelle Treffpunkt für Mädchen und junge Frauen bietet seit über 20 Jahren Kultur-, Beratungs- sowie Bildungsangebote an und schafft Freiräume zum Schutz vor Gewalt und Funktionalisierung. Über allen Angeboten steht die Aneignung von Wissen und Selbstreflexion mit einem interkulturellen und feministischen Ansatz, Migrationsunterschiede werden als wertvolle Ressource betrachtet. Die Stifterin des Preisegeldes in Höhe von 500 €, Prof. Claudia Gather von der Hochschule für Wirtschaft und Recht, überreichte die Auszeichnung.

Ebenfalls ausgezeichnet: SIS und LIFE e.V.

Der mit 300 € dotierte zweite Preis ging an das Projekt Strong Indipendent Sisters (SIS). Die Unternehmerin Jasmin Taylor fördert mit Bildungsangeboten nach Deutschland geflüchtete Frauen, die hier studieren und arbeiten möchten. Aynur Boldaz-Özdemir, ebenfalls eine Frau die als erfolgreiche Unternehmerin ihren Weg gegangen ist, überreichte den von ihr gestifteten Preis an die bemerkenswerte Initiatorin und Sponsorin der Initiative.

Den dritten Preis vergab die Jury an das Projekt LIFE Bildung-Umwelt-Chancengleichheit e.V. Der Verein engagiert sich seit 25 Jahren für die Förderung von Frauen und Erweiterung des Berufsspektrums von Frauen insbesondere in MINT-Berufen. Frauen mit Kindern wird die Entwicklung einer beruflichen Perspektive ermöglicht, damit sie nicht unfreiwillig in der Familienarbeit stecken bleiben. Karoline Killat, frauen- und geschlechterpolitische Sprecherin des Landesvorstands von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, überreichte den Preis stellvertretend für die Firma Aerticket, die das Preisgeld in Höhe von 200€ gestiftet hatte.

Wir bedanken uns bei den Mitgliedern der Jury für Ihre Mitwirkung und natürlich bei den Stifter*innen der Preisgelder, die die Verleihung des Hatun-Sürücü-Preises dieses Jahr wieder ermöglicht haben. Unser größter Dank gilt jedoch jenen Projekten, die sich Tag für Tag tatkräftig und mit viel Herz für weibliche Selbstbestimmung einsetzen. Ihr Engagement ist für Mädchen und junge Frauen in Berlin unersetzlich.

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