Schon Ende 2025 haben wir Grüne, durch beharrliches Nachfragen und Akteneinsichtnahme, herausgefunden dass bei der Vergabe der so wichtigen Mittel für den Kampf gegen Antisemitismus etwas gewaltig verkehrt gelaufen ist. Nach Vorwürfen, u.a. gegen den früheren Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) und die derzeitige Senatorin Sarah Wedl-Wilson, forderten wir als Grüne Fraktion zusammen mit den Linken im Abgeordnetenhaus einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzurichten.
Nun, nach der Einsetzung des Ausschusses zur Aufklärung dieser Vergaben, haben wir es schwarz auf weiß: es gab seitens der CDU eine massive politische Einflussnahme bzgl der Verausgabung der Mittel: Gelder wurden an eine durch die CDU zusammengestellte Liste an Projekten vergeben, ohne dass die Anträge vorher inhaltlich geprüft wurden. Eine Jurybesetzung wurde durch einzelne Abgeordnete beeinflusst, Verwaltungsmitarbeiter*innen fühlten sich massiv unter Druck gesetzt. Der durch die CDU initiierte und mit üppigen 3,4 Mio Euro ausgestattete Fonds für die Finanzierung von „Projekten von besonderer politischer Bedeutung“ war nur den auf der Liste stehenden Projekten zugänglich – der Gleichbehandlungsgrundsatz, sowie Transparenz in der Mittelvergabe – fehl am Platze.
Nach den Verwaltungsmitarbeiter*innen haben wir nun erstmals Abgeordnete befragt, u.a. die CDU Abgeordneten Christian Goiny und Dirk Stettner, die sich in ihren Aussagen auch in Widersprüche verwickelten. In den nächsten Sitzungen werden neben dem Senator a.D., der Senatorin und dem Staatssekretär Friederici auch die Präsidentin des Landesrechnunghofes, sowie die Korruptionsbeauftragte der zuständigen Senatsverwaltung befragt. Es bleibt also spannend!
Wer einen ganz direkten Einblick in viele der Unterlagen des Untersuchungsausschusses bekommen möchte, für den lohnt sich ein Blick auf die Seite der Transparenzinitiative „Frag den Staat“. Mittels des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) haben ihre Jurist*innen die Berliner Kulturverwaltung gezwungen, die in diesem Zusammenhang relevanten Behördenunterlagen freizugeben. Auch die besonders aufschlussreichen Chatverläufe zwischen Senatorin und den beiden Abgeordneten Goiny und Stettner sind nun einsehbar.
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Zum Weiterlesen: Anfragen und Pressemitteilungen
- PM "CDU-Fördergeldaffäre: Wegner verstolpert Entscheidung bei Nachfolge der Kultursenatorin", 29.04.2026
- PM "Wann handelt Wegner? Stettner und Goiny nicht mehr tragbar!", 27.06.2026
- PM "Rücktritt Wedl-Wilson: Kai Wegner wird der Verantwortung eines Regierenden nicht gerecht", 24.04.2026
- PM "Rauswurf von Friederici ist billiges Ablenkungsmanöver", 21.04.2026
- Meine Rede zur Haushaltsdebatte - Einzelplan 08 Kultur und Gesellschaftlicher Zusammenhalt, 18.12.2025
- Schriftliche Anfrage von Laura Neugebauer "Beantragte Mittel der Hochschulen aus dem Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus", 01.12.2025
- PM "CDU-Causa: Senat und CDU-Fraktion müssen für Klarheit sorgen", 04.11.2025
- Schriftliche Anfrage Vergabe der Mittel zum „Schutz jüdischen Lebens“: Wer ist die Zielgruppe?, 15.07.2025
- Mündliche Anfrage im Parlament zu "Ablehnung Antrag des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.", 10.07.2025
- Schriftliche Anfrage Intransparenz, politische Einflussnahme und Willkür bei der Vergabe öffentlicher Projektmittel: Was versteht die Kulturverwaltung unter Demokratieförderung?, 27.06.2025
- Mündliche Anfrage im Parlament zu "Entscheidung über Vergabe der Projektmittel Kampf gegen Antisemitismus", 12.06.2025
- PM "CDU-Senatorin zerstört die Berliner Antisemitismusprävention", 25.02.2025
- Schriftliche Anfrage "Wo sind die Mittel für Projekte gegen Antisemitismus geblieben? (3)", 14.10.2024
- PM "Antisemitismus: Der Senat muss Projekte gegen Antisemitismus unterstützen", 25.06.2024
- PM "Kulturverwaltung: Kein einziger Euro ist zusätzlich in die Projekte gegen Antisemitismus geflossen", 29.05.2024
- Schriftliche Anfrage "Wo sind die Mittel für „Projekte gegen Antisemitismus“ geblieben? (2)", 16.07.2024
- Schriftliche Anfrage "Antidiskriminierungsklausel und Antisemitismusstrategie der Kulturverwaltung 2", 04.07.2024
- Meine Nachfrage im Ausschuss für Kultur, Engagement und Demokratieförderung zu den Mitteln für Projekte gegen Antisemitismus und zur Förderung des interreligiösen Dialogs, 24.06. 2024
- Schriftliche Anfrage "Wo sind die Mittel für "Projekte gegen Antisemitismus" geblieben?", 22.06.2024
- Schriftliche Anfrage "Wofür werden die Haushaltsmittel 24/25 zur Arbeit gegen Antisemitismus im Bereich Kultur, Engagement, Religion ausgegeben?", 15.01.2024
Presseberichte
- fragdenstaat: CDU-Fördermittelaffäre. „Erhebliches Risiko für Korruption“, forlaufend
- morgenpost: Fördergeld-Affäre in Berlin. Dirk Stettner trotzt der Kritik – „Keine Veränderungen in der CDU-Fraktion“, 29.04.2026
- tagesspiegel: Trotz schwerer Vorwürfe in der Fördergeldaffäre: Berliner CDU-Politiker Christian Goiny behält seinen Sprecherposten, 28.04.2026
- zdfHeute: Affäre um Fördermittel:Berlins Kultursenatorin Wedl-Wilson tritt zurück, 24.04.2026
- deutschlandfunk: Berliner Fördergeldaffäre. Rücktritt der CDU-Abgeordneten Stettner und Goiny gefordert, 26.04.2026
- faz: Der Antisemitismusverdacht als Bürotüröffner, 19.04.2026
- welt: Nach drei Stunden endet die Befragung des CDU-Abgeordneten im offenen Schlagabtausch, 18.04.2026
- taz: CDU-Fördergeldaffäre in Berlin. „Ich brauche keinen Fachbeirat und keine Expertise“, 17.04.2026
- rbb24 Abendschau: Untersuchungsausschuss. CDU-Politiker Goiny weist Vorwürfe zurück, 17.04.2026
- rbb24: Berliner Fördergeldaffäre. Goiny und Stettner greifen an – und widersprechen sich, 17.04.2026
- taz: Interne Chats in CDU-Fördergeldaffäre. Hinter den Kulissen, 09.04.2026
- rbb24: Fördergeld-Affäre. Spitze der Berliner Kulturverwaltung kannte alle Risiken, 20.03.2026
- radio3 am Nachmittag: Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Vergabe von Fördermitteln, 20.03.2026
- rbb24 Inforadio: "Die Akten zur Förderaffäre: Wie gräbt man sich durch mehr als 15.000 Seiten?", 23.01.2026
- Süddeutsche Zeitung: "Berliner Kulturverwaltung Wünsch dir was", 22.01.2026, pdf zum download
- rbb24: "Untersuchungsausschuss zur "Fördergeld-Affäre" hat Arbeit aufgenommen", 16.01.2026
- Tagesspiegel: "Fördergeldaffäre der Berliner CDU: Koalition sperrt Millionen zur Bekämpfung von Antisemitismus", 01.12.2025
- rbb24: "Grüne und Linke werfen Ex-Kultursenator Chialo intransparente Fördermittel-Vergabe vor", 05.11.2025
- Tagesspiegel: "Fördergeld-Affäre der Berliner CDU: Grüne und Linke wollen Untersuchungsausschuss einsetzen", 05.11.2025
- Tagesspiegel: "Vorwurf der illegalen Förderung gegen CDU-Politiker: Diese Regeln gelten für Zuwendungen in Berlin", 05.11.2025
- taz: "Förderfilz der CDU", 04.11.2025
- Zeit online: "Grüne werfen CDU unrechtmäßige Vergabe von Fördergeld vor", 04.11.2025
- rbb24: "Grüne werfen Ex-Kultursenator Chialo Missbrauch von Fördergeldern vor", 04.11.2025
- ntv: "Ex-Kultursenator Chialo soll Millionen Euro unrechtmäßig vergeben haben", 04.11.2025
- Tagesspiegel: "Mutmaßlich illegale Vergabe von Fördergeldern: Berliner Grüne und Linke erwägen Einsetzung eines Untersuchungsausschusses", 04.11.2025
- Tagesspiegel: "Auf Druck von CDU-Kollegen: Berlins Ex-Kultursenator Chialo soll Millionen Euro frei Hand an Projekte verteilt haben", 04.11.2025
- Tagesspiegel: "Rekonstruktion einer Affäre: So sollen CDU-Politiker in Berlin illegal Millionen verteilt haben", 04.11.2025
- Tagesspiegel: "Intransparente Förderzusagen: Berliner CDU versteckt Gelder gegen Antisemitismus", 06.06.2025
- Tagesspiegel: "3,5 Millionen Euro: Berlin lässt Gelder gegen Antisemitismus liegen", 04.04.2025
- Tagesspiegel: "Mit dem „Kiezradar“ gegen Antisemitismus?", 03.03.2025
- taz: "Grüne kritisieren Verteilung der Haushaltsmittel für den Kampf gegen Antisemitismus", 12.11.2024
- radio 3 Interview: "Antisemitismus-Gelder werden nicht abgerufen", 17.07.2024
- rbb24: "Das 20-Millionen-Euro-Versprechen: Senator Chialo und der Kampf gegen Antisemitismus", 12.07.2024
- rbb24: "Warum sitzt Berlins Kultursenator auf zehn Millionen Euro?", 12.07.2024
